Fotoalbum für Otto Tilmann
Von 1904 bis 1930 stand Otto Tilmann als Direktor der Chirurgischen Klinik Lindenburg vor. In dieser Funktion war er seit 1904 Professor für Chirurgie an der Kölner Akademie für praktische Medizin und seit 1919 Ordinarius für das Fach an der neu gegründeten Kölner Universität. Zum 25-jährigen städtischen Dienstjubiläum schenkten ihm seine Schüler ein Album mit Fotografien seiner Wirkungsstätte.
Der damals 29-jährige „Lichtbildner“ Werner Mantz schuf die insgesamt zehn Photographien.
Seit 1926 war Mantz in Köln im Auftrag verschiedener Architekten – zu nennen ist insbesondere Wilhelm Riphahn - als Architekturfotograf tätig. Kongenial setzte er die avantgardistische Baukunst ins Bild. Mit den Außen- und Innenraumaufnahmen, sowie zwei Bildern mit Röntgenapparaturen spiegeln sich die Metiers des Künstlers und seine gestalterischen Schwerpunkte, die klassische, traditionalistischen Perspektiven, die Akzentuierung der Oberflächenstrukturen unterschiedlicher Materialien, sowie der konstruktivistische Bildaufbau durch Akzentuierung klarer Linienführungen, der natürliche Lichteinfall als gestalterisches Instrument.
In einem interessantes Spannungsverhältnis zum Anlass des Albums steht der für die überwiegende Mehrzahl der Bilder von Werner Mantz kennzeichnende Verzicht auf die Darstellung von Personen. Die Krankenstation tritt nur ganz vermittelt in Erscheinung: Auf der Veranda sind zwei Betten erkennbar, jedoch so angeschnitten, dass der Blick auf die Patienten verstellt ist.
Das Album gehört heute zum Bestand der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin, Köln.
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