Lindenburg 1966


Mit einer Serie von Fotos wollte Msgr. Werner Kolvenbach, von 1958 bis 1990 Krankenhausseelsorger, auf bauliche Missstände der in die Jahre gekommenen „Lindenburg“ aufmerksam machen. Das Bild zeigt den Hauptsaal der zur Chirurgischen Klinik gehörenden Unfallstation im Obergeschoss von Haus 5. Um die dichte Belegung des Krankensaals deutlich zu machen, ließ Kolvenbach die Vorhänge, mit denen die Bettenreihen voneinander abgetrennt waren, zurückziehen.

In den 1960er Jahren waren bereits eine Reihe von Kliniken in modernen Gebäuden
untergebracht. Die Wiederherstellung der Kinderklinik und der Neurologischen Klinik mit dem großen Erweiterungsbau der Neurochirurgie nach dem zweiten Weltkrieg waren angesichts des erheblichen Zerstörungsgrades Neubauten gleichgekommen. Die Augenklinik war 1955 in ihr neues Domizil mit Südbalkonen gezogen, im darauffolgenden Jahr erhielt die Orthopädische Klinik erstmals ein eigenes Gebäude, die Universitäts-Frauenklinik zog 1965 in den preisgekrönten Neubau um, die Hals-Nasen-Ohren-Klinik erhielt 1961 ihr lang ersehntes eigenes Haus.

Doch die Abteilungen in den Altbauten litten noch immer unter großer Raumnot, die erst mit dem Bau des Bettenhochhauses beseitigt werden sollte. 1963 wurde der Architektenwettbewerb für den Neubau eines Bettenhauses als Teil des umfassenden Sanierungskonzepts der Universitätsklinik ausgeschrieben. 1969 wurde der Grundstein gelegt. Sukzessive zogen die Kliniken aus den Altbauten der Pavillon-Anlage vom Beginn des 20. Jahrhunderts – der Moritz’sche Pavillon war schon 1898 errichtet worden – in das neue Hochhaus um, das 1974 endgültig fertiggestellt worden war.

„Die optimale Form der Unterbringung von Patienten ist das flexible Einbettzimmer. Da dies heute noch als zu hoher Aufwand empfunden wird [..... ] wurde ein Kompromiß von 1/3 Einbettzimmer und 2/3 Zweibettzimmern getroffen“, hieß es in der Broschure zum Richtfest 1971.

Der Moritz’sche Pavillon und der für die Innere Klinik errichtete südliche Kamm mit dem ehemalige Badehaus wurde abgerissen.

Die Chirurgische Klinik Lindenburg , die mittlerweile den Namen „Klinik und Poliklinik für Chirurgie“ trug, blieb noch bis 1995 in einem Teil der Gebäude untergebracht, die sie 1908 bezogen hatte.
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