Timo Mügge
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Säuglingsabteilung


Die Kinderklinik der Lindenburg, die im Rahmen der großen Klinikanlage des Architekten Johannes Kleefisch errichtet wurde, war Kölns zweites Kinderkrankenhaus. Bereits 1883 hatte Charlotte Freifrau von Oppenheim ihrem verstorbenen Ehemann zum Andenken das „Abraham von Oppenheim’sche Kinderhospital“ in der Buschgasse im Severinsviertel gestiftet. Zunächst eine räumlich selbstständige Kinderstation des Bürgerhospitals hatte diese ihren Schwerpunkt wie viele frühe Kinderkrankenhäuser in der Chirurgie. Auch nahm es zunächst keine infektiösen Patienten und keine Säuglinge auf. Unter der Leitung des Pädiaters Ferdinand Siegert, der 1904 nach Köln kam, wurde die Innere Abteilung des Kinderhospitals ausgebaut.

Das neue Kinderkrankenhaus auf der Lindenburg wurde ebenfalls Siegerts Leitung unterstellt und als pädiatrische Klinik eingerichtet. Dies bedeutete, dass sie keine eigene chirurgische Abteilung hatte, denn die Pädiatrie etablierte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als internistisches Fach. Die chirurgischen Patienten wurden weiterhin in der Buschgasse untergebracht oder in der Chirurgischen Klinik der Lindenburg behandelt.

In der Lindenburg wurden von Anfang an nicht nur Kinder mit infektiösen Erkrankungen sondern auch Säuglinge aufgenommen, die mit gutem Erfolg behandelt wurden. Noch bis um die Wende zum 20. Jahrhundert galt die Anstaltsversorgung von Säuglingen, erst recht von kranken Säuglingen, als Todesurteil für diese Kinder.

Die Kinderklinik stand in einem damals sehr wichtigen sozialmedizinischen Kontext. Gemeinsam mit dem Gesundheitsdezernenten Peter Krautwig engagierte sich Siegert für die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, bei der Köln im westlichen Preußen, wo die Verhältnisse insgesamt recht gut waren, einen traurigen Spitzenplatz einnahm.

Die Einrichtung einer Säuglingsmilchanstalt, die hygienisch einwandfreie Säuglingsnahrung für arme Familien kostenlos und für minderbemittelte zu einem erschwinglichen Preis bereitstellte, war eine ebenso wichtige Errungenschaft wie die Säuglingsfürsorgestellen. Eine davon war auch in der Kinderklinik Lindenburg angesiedelt. In der Klinik sorgten eine eigene Milchküche, aber auch Ammen, die in der Kinderklinik untergebracht waren und die Kinder stillten, für die angemessene Ernährung der Säuglinge.
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