„Die 8 Krankenpavillons der chirurgischen und medizinischen Abteilung zeigen annähernd den gleichen Grundriss. […] Das Haupttreppenhaus liegt vor den Krankenstationen des Erd- und Obergeschosses, die gegen dasselbe abgeschlossen sind, und besitzt einen elektrisch betriebenen Bettenaufzug, der vom Keller bis zum Obergeschoß reicht. Vom Haupttreppenhaus gelangt man im Erdgeschoß in das Aufnahmebad; von hier betritt der Kranke, gebadet und mit der Anstaltskleidung versehen, die Station. Die Wäsche und Kleidung des Kranken wird durch einen besonderen Ausgang direkt ins Freie zur Wäscherei und Desinfektion gebracht und kommt mit der Station nicht in Berührung. Neben dem Aufnahmebad befindet sich in den Männerpavillons ein Wärter-, in den Frauenpavillons ein Schwesternzimmer. Die Krankenräume sind im Erdgeschoß wie im Obergeschoß in zwei Gruppen angeordnet: einerseits am Ende des Flures der große Krankensaal mit 14 bzw. 20 Betten andererseits am Eingang ein sechsbettiger, ein zweibettiger und ein einbettiger Krankenraum. Die Krankenbetten sind weißlackierte, eiserne Kastenbetten mit einem Rahmwerk aus Mannesmann-Rohr und Blechwänden,
Drahtgeflechtmatratzen und Rosshaarmatratzen. Die Nachttische sind in der üblichen Weise aus Eisenrohr und Glasplatten hergestellt, haben jedoch in dem Abteil für die Bettflasche an der vorderen Seite ein mit einem Schnappschloss versehenes Türchen, während die anderen drei Seiten offen sind. Zwischen den beiden Gruppen der Krankenräume liegen ärztliches Zimmer (in der chirurgischen Abteilung Verbandswechselzimmer, in der medizinischen Laboratorium) Wäschemagazin, Bad, Tageraum, Schwesternzimmer, Teeküche und Abort.
Dem Flur wird durch die auf beiden Seiten angeordneten Veranden sowie durch das Nebentreppenhaus in ausreichendem Maße Licht und Luft zugeführt. Besonders wertvoll ist die zwischen dem großen Krankensaal und dem Tageraum eingefügte gedeckte Halle, an welche sich in Bodengleiche ein offener Liegeplatz längs der Ostfront des Krankensaales anschließt. Die Teeküche ist ohne Abschluss als Flurverbreiterung ausgeführt. Die Speisen werden in geschlossenen Wagen bis zum Nebentreppenhause gefahren und von dort durch einen Schalter in die Teeküche hineingereicht, beziehungsweise in dem Aufzug zum Obergeschoß befördert. In der Teeküche steht ein Spülbecken mit Ablauf aus Duranametall, ein Wärmeschrank, ein Gaskocher, ein Tisch, ein Eisschrank und ein Küchenschrank. Die großen Säle haben an der dem Eingang gegenüberliegenden Kopfwand tiefe Nischen mit 3 bzw. 4 Waschbecken für die Kranken. Außerdem ist in jedem Krankenraum ein Waschbecken für den Arzt vorgesehen. Im Baderaum befinden sich eine feste und eine fahrbare Badewanne, ein Waschbecken und ein Gurgelbecken. Der Abortvorraum hat einen freistehenden Feuertonausguss mit Randspülung. In einem Nebengelass befindet sich ein Glaskasten mit einem besonderen, weiten Abluftschlot, um Bettschüsseln und dergl. aufzubewahren. Die unreine Wäsche wird in zwei Räumen
des Kellergeschosses, für Erd- und Obergeschoss getrennt, gesammelt. Im Erdgeschoss dient ein kurzer Stutzen im Aufnahmebad als Abwurf. Vom Obergeschoss fällt die Wäsche durch einen glatten Schacht in einer Flurecke des Erdgeschosses ab. Die Wände des Schachtes sind aus lackiertem Eisenblech konstruiert, lassen sich in der ganzen Höhe mit einem Griff bequem öffnen und türartig auseinanderschlagen und sind auf diese Weise jederzeit kontrollierbar und leicht zu reinigen.“ (Bauinspektor Johannes Kleefisch, 1908)
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