Blicke in die Psychiatrische Klinik


Die Psychiatrische Klinik war die erste, die – bereits im Jahr 1907 – ihr neues Domizil bezog. Sie erhielt ein eigenständiges Gebäude in der von Johannes Kleefisch geplanten Gesamtanlage.

Als einer der beiden dirigierenden Ärzte nahm der Psychiater Gustav Aschaffenburg Einfluss auf die bauliche Gestaltung, in der sich der Therapieansatz des „Non-restraint“ manifestieren sollte. Ohne Gitter vor den Fenstern präsentierte sich keine „Irrenanstalt“, sondern eine Psychiatrische Abteilung im Rahmen eines Allgemeinen Krankenhauses.

„Nicht die Bewegungsfreiheit ist es, die Gefahr bringt, sondern die mangelnde Aufsicht. Und zwar die mangelnde Aufsicht durch den Arzt“, führte Aschaffenburg aus. Dem Konzept von Aschaffenburgs Lehrer Emil Kraepelin folgend gliederte sich das Haus in Wach-, Bett- und Dauerbad-Abteilungen. Dauerbadanwendungen sollten der Beruhigung bei akuten psychischen Störungen dienen. Aus heutiger Sicht sehr fragwürdig, entsprachen sie zu Beginn des 20.
Jahrhunderts dem medizinischen Standard. Aschaffenburg war ein Kritiker Sigmund Freuds, maß aber gleichwohl dem einfühlsamen Patientengespräch eine große Bedeutung bei.

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt Köln auf Armenkasse versorgte „Irre“ auf dem Lindenburggelände untergebracht, zunächst in einer privaten konzessionierten Kranken-Heil-und Irren-Verpflegungsanstalt.

1871 kaufte sie aus den Mitteln eines testamentarischen Legats des Kaufmanns Johann Heinrich Richartz die von einem großzügigen Parkgelände umgebene Anstalt und betrieb diese seither in Eigenregie. Ende des 19. Jahrhunderts fiel die Entscheidung, hier nur noch psychiatrische Kurzzeitpatienten zu behandeln und den Standort zu einem Allgemeinen Krankenhaus auszubauen. Zurück zur Hauptseite >>...